Sonderbahn nach Transsilvanien

Copyright by Michaela Giuliani

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„Herz­lich will­kom­men zum Todes­rum­mel ohne Wie­der­kehr an Hal­lo­ween. Pas­sen sie auf das sie nicht von einem Wer­wolf gebis­sen oder von einem Vam­pir aus­ge­saugt wer­den“, rief der Jahr­markt­be­sit­zer am Ein­gangs­be­reich des Rum­mels. Er war als Blut­sau­ger ver­klei­det und fletschte die fal­schen Zähne, so dass diese sich lös­ten und damit eine unfrei­wil­lige Komik dar­bo­ten. Im Hin­ter­grund hörte man das Rat­tern einer Ach­ter­bahn und die dar­auf­fol­gen­den Schreie der Fahr­gäste, die in die Tiefe gezo­gen wur­den. Von über­all her drang schau­rige Musik und nahezu jeder war in ein belie­bi­ges Hor­ror­kos­tüm gehüllt. Ange­stellte des Jahr­markts spran­gen aus Ver­ste­cken und erschreck­ten die Besu­cher.
Nur einen beein­druckte das nicht. Jack schlurfte fast wie ein Zom­bie über den Rum­mel, jedoch lag dies wohl eher an der Hose, die ihm bis in die Knie­kehle hing. Er zog total ent­spannt an einer Ziga­rette und blies läs­sig den Rauch aus. Das braune Haar war stop­pel­lang und der Bart­wuchs im Gesicht war dürf­tig, nichts­des­to­trotz ließ er ihn wach­sen, was einem gerupf­ten Huhn gleich­kam. So cool und das mit nicht ganz sech­zehn Jah­ren, aber seine Freun­din Jenny, die neben ihm ging, über­traf alles. Sie kaute genüss­lich ein Kau­gummi und ver­gas hier­bei nicht den Mund so weit wie mach­bar auf­zu­rei­ßen. Wäre auf dem Jahr­markt nicht so viel Lärm gewe­sen, dann hätte man garan­tiert das laute rhyth­mi­sche Schmat­zen von ihr ver­nom­men. Die blonde Mähne war hoch­tou­piert und vorne hatte sie eine rosa Strähne. Eine Karot­ten­jeans im Leo­print und eine Jeans­ja­cke lie­ßen jeden sofort an die 80er den­ken. Retro wür­den die Jugend­li­chen heute sagen.
Unbe­ein­druckt schlen­der­ten sie Hand in Hand über den Rum­mel.
»Was meinst du, Jenny sol­len wir mit der Ach­ter­bahn fah­ren«, sagte Jack läs­sig mit der Ziga­rette im Mund.
»Oh nein. Da wird mir immer übel. Außer­dem schau dir mal die Schlange an, da müss­ten wir ja eine Stunde anste­hen.«
Er blickte die Men­schen­menge an und winkte ab. »Stimmt da hast du recht.«
Ohne ein ein­deu­ti­ges Ziel gin­gen sie wei­ter über den Jahr­markt.
»Was sol­len wir machen?«, fragte Jack.
»Ich weiß nicht«, ant­wor­tete Jenny und spie­gelte damit, dass Jugend­li­che heut­zu­tage nicht mehr wuss­ten, was sie in ihrer Frei­zeit tun konn­ten.
»Ach scheiße, dann hätte ich zu Hause auf der Couch lie­gen blei­ben kön­nen«, fluchte Jack und erblickte gleich­zei­tig etwas, das seine Auf­merk­sam­keit erweckte.
Die Buch­sta­ben leuch­te­ten hell und Blut, natür­li­cher­weise künst­lich, lief an ihnen hinab.
»Son­der­bahn nach Trans­sil­va­nien«, lockte das Fahr­ge­schäft die Leute an. Bloß waren Gäste dort Man­gel­ware, nicht wie auf der Ach­ter­bahn.
»Hey, das ist cool. Lass uns auf die Geis­ter­bahn gehen«, sagte Jack und zog Jenny sofort in die Rich­tung. Sie hatte keine Ein­wände, diese Bahn war ihr tau­send Mal lie­ber, als die Ach­ter­bahn.
Die Geis­ter­bahn war ver­klei­det, so dass sie ein Schloss dar­ge­stellte, wo Gum­mif­le­der­mäuse her­um­flo­gen. Im Kas­sen­häus­chen saß ein Mann, der frap­pie­rend an Fran­ken­steins Mons­ter erin­nerte.
»Wie viel Per­so­nen?«, fragte er mono­ton, als die bei­den vor­tra­ten.
Jack schaute ver­dutzt auf seine Freun­din und dann machte er eine Hand­be­we­gung hin und her.
»Alter, wie sieht das aus?«
»Wie viel Per­so­nen?«
Jack seufzte auf­ge­bend.
»Zwei, Fran­ken­stein. Even­tu­ell sollte ich mal dei­nen Erfin­der fra­gen, ob er dein Hirn ver­ges­sen hat.«
Der Kas­sie­rer schien gar nicht zu regis­trie­ren, was Jack gesagt hatte. Er nahm schlep­pend das Geld ent­ge­gen und legte ihnen zwei Fahr­ti­ckets hin, die außer­ge­wöhn­lich groß waren und antik aus­sa­hen.
»Oh man Alter. Wird das, noch was heute«, sagte Jack und riss die Tickets an sich. Gemein­sam gin­gen sie zu dem lee­ren Wagen, der eine Kut­sche dar­stellte. Sie hock­ten sich hin und war­te­ten, aber aus irgend­ei­nem Grund pas­sierte eine Weile nichts. Jack blickte aus dem Gefährt hin­aus und erkannte das im Kas­sen­häus­chen kei­ner mehr saß.
»Was soll diese Scheiße. He Fran­ken­stein was ist denn? Drück end­lich den Start­knopf, ich will das hin­ter mich brin­gen.« Jack wand sich Jenny zu. »Was ist das für ein Rotz­la­den. Kein Wun­der, das hier nie­mand hin­kommt.«
Er drehte sich noch­mals um und sein Herz setzte kurz aus. Er blickte in ein Gesicht, das er noch nie gese­hen hatte. Die Augen des Man­nes waren ver­setzt, so dass das eine tie­fer hing wie das andere, dabei schiel­ten sie noch. Die krum­men Zähne wuch­sen in jede Rich­tung, nur nicht in die Tat­säch­li­che und der Buckel ragte höher hin­aus, als der glatz­köp­fige Schä­del. Der Mann ließ ein Lachen los, das einem Gluck­sen gleich­kam.
»Will­kom­men auf der Zon­der­bahn nach Tranz­zil­va­nien«, lis­pelte er und spukte neben­bei circa einen Liter Spei­chel aus. »Ich bin Igor!«
Jack und Jenny waren zu geschockt, um über­haupt eine Reak­tion von sich zu geben. Igor stand vor ihnen und grinste däm­lich vor sich hin.
»Was ist? War­test du auf schö­ne­res Wet­ter?«, sagte Jack, nach­dem er sich gefan­gen hatte.
»Die Ticketz!«
»Ach so!«
Jack warf sie Igor vor die Füße. »Kann es jetzt los­ge­hen?«
»Wie die Gäzte wünz­chen und den­ken zie daran wäh­rend der Fahrt ztetz im Wagen zit­zen blei­ben«, sagte Igor und über­goss den Start­knopf auf dem Pult mit Spu­cke.
Jack zün­dete sich eine Ziga­rette an, als die Bahn star­tete.
»Rau­chen izt nicht erlaubt«, warnte Igor ihn.
»Ich nix ver­stehe«, stellte Jack sich dumm. »Ach übri­gens eine tolle Ver­klei­dung«, sagte er, bevor sie in die Dun­kel­heit der Geis­ter­bahn fuh­ren und die Türen sich hin­ter ihnen ver­schlos­sen.
»Wel­che Ver­klei­dung?«, flüs­terte Igor und ließ ein ver­schmitz­tes Lächeln über die schie­fen Lip­pen huschen.
Die Dun­kel­heit wurde im ers­ten Moment nur von Men­schen­ge­schrei erfüllt, doch dabei blieb es nicht. Ein künst­li­ches Gewit­ter erhellte den Raum für einen kur­zen Augen­blick und vor ihnen erkann­ten sie einen Zom­bie, der über einen Men­schen gebeugt seine Mahl­zeit genoss. Das Schmat­zen war nicht zu über­hö­ren. Jack war kaum beein­druckt. Er schaute auf den Zom­bie und die­ser erwi­derte den Blick.
»Also die Augen haben sie ver­flucht rea­lis­tisch hin­be­kom­men«, sagte er ein wenig lau­ter, damit Jenny ihn ver­stand. Der Zom­bie blickte nun zu ihr.
»Jack der sieht ver­teu­felt echt aus.«
»Das soll er ja auch. Ist schließ­lich und end­lich eine Geis­ter­bahn.«
Der Untote stand auf und schlurfte auf sie zu.
»Jack das gefällt mir nicht«, Jenny krallte sich in sei­nen Arm.
»Oh man Jenny. Pass auf!«
Jack ver­ließ den Wagen und betrat die Geis­ter­bahn.
»Du weißt, doch was Igor gesagt hat, Jack. Bleib bei mir.«
»Hey, ich will dir nur zei­gen das es Pup­pen sind.«
Er ließ sich nicht davon abbrin­gen und ging auf den Zom­bie zu. Die­ser schaute auf ihn hinab, letzt­end­lich war er drei Köpfe grö­ßer. Jack tippte dem Zom­bie auf die Brust.
»Siehst du nur eine Puppe«, sagte er und bemerkte nicht ein­mal das es sich ver­dammt echt anfühlte. Der Zom­bie blickte ver­dutzt auf ihn, dann packte er zu.
»Ach du hei­lige Scheiße«, sprach er noch, bevor der Zom­bie ihn in die Dun­kel­heit warf. Jenny, völ­lig in Panik sprang eben­falls vom Wagen und lief weg.
Jack lag im Dun­keln. Er war leicht benom­men, doch hatte er eben noch so mit­be­kom­men, dass Jenny davon gelau­fen war. Vor­sich­tig krab­belte er vor sei­nem Angrei­fer weg. Der gab sich letz­ten Endes sei­nem Abend­mahl erneut hin. In der Fins­ter­nis tas­tete sich Jack weg von dem men­schen­fleisch­fres­sen­den Mons­ter.
„Scheiße was war das?“, flüs­terte er leise vor sich hin. „Das ist alles nicht echt, das kann nicht wahr sein.“
Selbst die Hand konnte er nicht vor sei­nen Augen erken­nen, nichts­des­to­trotz ein mar­kan­ter Geruch stieg ihm in die Nase und er roch sofort feuchte Erde. Sogar der Boden ver­än­derte sich und er spürte klam­mes Gras zwi­schen den Fin­gern.
Ein Blitz erleuch­tete die Gegend, gefolgt von Jen­nys Schrei, „HILFE JACK!“
Der Don­ner folgte erst nach dem Hil­fe­ruf und hin­ter­ließ in Jacks Ohren ein Piep­sen.
Der kurze Moment hatte er genutzt, um zu erfas­sen, wo er war. Ein rie­si­ger Fried­hof mit gro­ßen alten Grab­stei­nen befand sich unmit­tel­bar vor ihm. Von wei­tem hörte er einen Wolf heu­len, jedoch von Jenny ver­nahm er kei­nen Laut mehr. Das berei­tet ihm Sor­gen, selbst wenn er nicht den Anschein machte, so musste er doch seine Freun­din beschüt­zen und dem­zu­folge war es Zeit zu han­deln. Er bewegte sich vor­sich­tig nach vorne, ihm war nicht ent­gan­gen, dass auf einem Grab das in der Nähe war, eine Kerze gestan­den hatte. Diese suchte er jetzt, indem er mit dem Feu­er­zeug den Weg spär­lich beleuch­tete. Somit hatte er rasch die Kerze gefun­den. Es war eine Aller­hei­li­gen­kerze, die offen­sicht­lich nie ange­zün­det wor­den war. Er hielt das Feu­er­zeug an den Docht, aber bevor die­ser sich ent­zün­dete, ver­brannte er sich den Fin­ger und ließ es los.
„So ein ver­fluch­ter Mist“, fluchte er und kühlte den Fin­ger in der nas­sen Erde ab. Beim zwei­ten Ver­such klappte es und die Kerze brannte. Er nahm sie in die Hand und rich­tete sich auf und blickte fast Nase an Nase, wenn man es so nen­nen konnte, in ein ver­faul­tes grün schim­mern­des Gesicht. Die Augen waren her­vor­ge­quol­len und die Zähne völ­lig Gelb. Eine Nase war nur noch ansatz­weise zu erken­nen und die Ohren schie­nen von irgend­wel­chen Käfern ange­knab­bert zu sein. Jack schrie auf und fiel nach hin­ten. Der Untote kreischte eben­falls und wollte fort lau­fen doch rannte er genau gegen den manns­ho­hen Grab­stein, der neben ihm stand.
Bewe­gungs­los blieb er lie­gen. Jack war ver­wirrt. Lang­sam raffte er sich auf und ging zu dem Wesen. Mit dem Fuß tas­tete er nach ihm und all­mäh­lich kam er zu sich. Als er Jack sah, stieg aber­mals Panik in sei­nen Blick.
„Tu mir nichts“, flehte er bemit­lei­dens­wert. Jacks Angst ver­wan­delte sich in Belus­ti­gung.
„Was bist du den für einer? Nor­mal müsste ich Schiss haben, das du mich auf­frisst.“
„Ich bin nun ein­mal sehr schreck­haft. Außer­dem bin ich Vege­ta­rier“, sagte der Untote und setzte sich mit ver­schränk­ten Armen vor Jack.
„Du willst mich auf den Arm neh­men? Übli­cher­weise seid ihr nur auf Men­schen­fleisch und Hirn aus.“
„Du ver­wech­selt hier Grund­le­gen­des, ich bin ein Unto­ter und das andere sind Zom­bies. Die ent­ste­hen durch Über­tra­gung eines Virus und wir Untote sind halt ein­fach lebende Tote.“
„Eine Logik, die ich nicht ver­stehe, aber ist ja egal. Ich muss meine Freun­din fin­den. Des­halb führt mein Weg schleu­nigst wei­ter“, drän­gelte Jack.
„Ah, das Mäd­chen, wo so herr­lich geschrien hat,“, sagte der lebende Tote und leckte sich mit der Zunge über die fau­len Lip­pen.
„Ja genau weißt du, wo sie ist?“
„Oh“, sagte er und ließ einen irren Blick vom Sta­pel.
„Sag schon. Wo ist sie?“
„Ich fürchte, sie ist ihm in die Fin­ger gera­ten.“
„Wer ist ihm?“
„Der Fürst der Dun­kel­heit, Nos­fe­ratu, oder wie ihr ihn kennt, Graf Dra­cula. Er hat eine gewisse Schwä­che für das weib­li­che Geschlecht.“
„Ich muss sie ret­ten“, sagte Jack ent­schlos­sen.
„Ich bin beein­druckt von dei­nem Mut und ich glaube, ich helfe dir. Habe ja sonst nichts zu tun. Du könn­test mir nur einen Gefal­len tun.“
„Und der wäre?“
„Ich rie­che neben dei­nem feuch­ten Furz, auch Tabak in dei­ner Hose. Kannst du mir eine Kippe geben?“
„Na logo“, ant­wor­tete Jack und warf ihm das Kip­pen­pä­cken zu.
„Ah. Die liebe ich am meis­ten“, sagte der Untote, als er den ers­ten Zug die Lunge spü­ren ließ.
„Wo müs­sen wir hin?“, fragte Jack.
„Wir müs­sen über den Fried­hof, aber auf Samt­pfo­ten, damit wir nicht die ande­ren auf­we­cken. Mit denen ist nicht so gut Kir­schen­es­sen, wie mit mir. Am Ende des Tote­n­a­ckers war­tet die Lei­chen­halle auf uns und da befin­det sich ein klei­ner Haken.“
„Der wäre?“
„Nun dort ruht der Boss und der hat einen leich­ten Schlaf. Wenn wir ihn wecken, dann ist es fix mit uns aus. Das krie­gen wir hin. Gesetzt den Fall, dass wir da durch­kom­men, befin­den wir uns direkt auf den Weg zu Dra­cu­las Schloss.“
„Ich hoffe es“, sagte Jack, obwohl er nicht wusste, was ihn erwar­tet.
Auf Zehen­spit­zen über­quer­ten sie den Fried­hof, bloß dar­auf bedacht kei­nen unnö­ti­gen Ton von sich zu las­sen. Selbst das Kni­cken der Gras­halme kam Jack unüber­hör­bar vor, geschweige denn von der Eigen­at­mung. Aber sie schaff­ten es über den Fried­hof zu kom­men, ohne nur einen Ton von sich zu geben. Unglück­lich war die Wahl von Jack getrof­fen, wo er sich dage­gen lehnte, um zu ver­schnau­fen. Der dort befind­li­che Grab­stein war beträcht­lich lose und kippte bei der kleins­ten Berüh­rung um. Ein lau­tes Kra­chen durch­schnitt die Luft gefolgt von einem wei­te­ren und noch­mals einem wei­te­ren. Wie bei einem Domi­no­spiel fiel ein Grab­stein auf den Nächs­ten und löste so eine Ket­ten­re­ak­tion aus, wel­che einen geräusch­vol­len Lärm ver­an­stal­tete. Als die­ser Radau ver­zo­gen war, ver­nahm man das Stöh­nen von dut­zen­den leben­den Toten.
„Oh, das ist gar nicht gut. Jetzt soll­ten wir uns beei­len“, sagte Jacks Beglei­ter und führte ihn fast im Lauf­schritt weg vom Fried­hof auf die Lei­chen­halle zu. Im Hin­ter­grund hör­ten sie Schreie von ihren Ver­fol­gern.
„Dort vorne ist die Halle. Sei vor­sich­tig, wenn du sie betrittst und leise.“
„Kommst du nicht mit?“
„Nein ich halte meine Kum­pels auf, ansons­ten hät­test du keine Chance. Also geh!“
„Vie­len Dank!“, sagte Jack und es fühlte sich komisch an, denn nie­mals zuvor hatte er sich bei einer Per­son bedankt. Er spur­tet los und rasch erkannte er das die Lei­chen­halle, so wie sein unto­ter Freund sie nannte, in Wirk­lich­keit eine Pyra­mide war. Zwar nicht so kolos­sal wie die in Gizeh, trotz­dem beacht­lich. Den Ein­gang erspähte er auf Anhieb, dass dort eine her­kömm­li­che Glas­tür ein­ge­setzt war, wun­derte ihn nicht. Es sah ohne Frage über­aus selt­sam aus, aber für die­sen Moment war dies das Beste, denn er musste nicht noch den Zugang suchen. Bedäch­tig öff­nete er die Tür und betrat die Halle, die aus­sah wie eine gigan­tisch große Grab­kam­mer eines ägyp­ti­schen Pha­raos. In der Mitte des Saals befand sich ein Sar­ko­phag und Jack wusste sofort, wo der Boss war und um wenn es sich han­delte.
„Da kann nur die Mumie drin lie­gen. So ein Mist ich komme mir vor wie in einem Hor­ror­film aus den 40ern“, flüs­terte er und ging auf den Zehen­spit­zen durch die Halle. Er wusste nicht, woher es kam, doch wie es meist auch in den schlech­ten Fil­men ist, fing seine Nase von innen an zu jucken und ein Nies­reiz kroch in ihm hoch. Er atmete tief ein und hielt sich die Nase zu. Es half alles kei­nen Deut. Er ließ ein Nie­sen erschal­len, dass ver­mut­lich bei ihm zu Hause die Bil­der, von den Wän­den geho­ben hätte.
Ohne Umschweife schob sich der Sar­ko­phage auf und Jack sah die in Bin­den ein­ge­legte Hand. Die Mumie stieg aus ihrem Grab.
„Ach du scheiße“, fluchte Jack und fing an zu lau­fen.
„Wer wagt es mei­nen Schlaf zu stö­ren?“, sprach die Mumie in einem dunk­len mono­to­nen Ton.
Vor Angst konnte Jack noch nicht ein­mal den Aus­gang aus­fin­dig machen. Er drehte sich um und erblickte den Boss in vol­ler Gestalt. Sie war bestimmt 2,5m groß und kom­plett in ver­gilb­ten Ban­da­gen ein­ge­wi­ckelt. Ein­zig die Augen konnte man sehen und diese waren rot leuch­tend.
„Ein Mensch? Du wagst es, mich zu wecken?“
„Das war keine Absicht“, ent­schul­digte er sich mit zit­tern­der Stimme.
„Ich bin schnell mit dir fer­tig“, sagte die Mumie und fing an mit den Armen zu wedeln. Sand flog vor ihr auf, wie bei einem Tor­nado und wurde immer gewal­ti­ger. Der Sand­sturm wuchs und es dau­erte nicht lange, bis er Jack erreicht hatte. Mit solch einer Kraft hatte er nicht gerech­ten, der Sand­tor­nado hob ihn von den Bei­nen und schleu­derte ihn gegen ein Gefäß an der Wand. Ihm blieb die Luft weg. Auf dem Boden lie­gen rang er nach dem Atem, und als er pfei­fend wie­der Sau­er­stoff in seine Lun­gen zog, ver­flüch­tigte sich für einen kur­zen Moment die Panik. Er blickte um sich und erkannte den Aus­gang in fast unmit­tel­ba­rer Nähe. Jack machte einen lan­gen Hecht­sprung zur Tür, doch die Mumie war rascher wie er und ver­sperrte ihm den Weg. Mod­ri­ger Geruch drang Jack in die Nase, als die Mumie sich vor ihm auf­baute.
„Du kommst hier nicht raus“, sagte sie mit Aus­druck und hob zur Ver­stär­kung den Arm. Jack schal­tete blitz­schnell. Ihm fiel gleich beim ers­ten Mal ein Stück Ban­dage auf, die am Arm hin­un­ter hing, wie eine Zünd­schnur bei einer Dyna­mit­stange. Er griff in die Tasche und packte das Feu­er­zeug. Lass es bitte sofort ange­hen, dachte er und sagte:
„Hey Mumie, du soll­test dir mal bes­ser die Zähne put­zen du stinkst aus dei­nem Maul wie eine Kuh aus dem Arsch.“
Bei die­sem Spruch konnte man sogar bei der Mumie ein ver­dat­ter­ter Gesichts­aus­druck erah­nen, obwohl noch nicht ein­mal ein Gesicht zu erken­nen war. Auf jeden Fall zog Jack das Feu­er­zeug aus der Hosen­ta­sche, hielt es unter die lose Ban­dage und zün­dete es. Die Flamme schlug flugs über und brei­tete sich auf dem tro­cke­nen Stoff aus wie ein Lauf­feuer. Die Mumie lief sofort schrei­end umher mit bedacht das Feuer zu löschen und das nutzte Jack, um aus der Aus­gangs­tür zu flüch­ten. Ohne sich umzu­bli­cken, rannte er bis an einen nahe­lie­gen­den Wald, in den ein Weg führte. Als er sich umdrehte, war nichts mehr zu sehen von einer Pyra­mide oder einem Fried­hof, aber das schien in die­ser Welt nor­mal zu sein.
„Der Untote meinte, ich komme hier direkt zu Dra­cu­las Schloss, also muss ich wohl oder übel den Weg ent­lang gehen“, sagte er zu sich selbst und beschritt den Weg.
Der Voll­mond hing außer­ge­wöhn­lich groß am Fir­ma­ment und erhellt Jack den Weg. Außer einem Wolf, der ein Heu­len in wei­ter Ferne abließ, hörte er über­haupt nichts. Irgend­wann lich­tete sich der Wald und eine tiefe Schlucht durch­schnitt den Weg. Eine Hän­ge­brü­cke führte auf die andere Seite, wo sich ein impo­san­tes Schloss, des­sen Türme man kaum zäh­len konnte, erhob. Kei­nes der Fens­ter war erleuch­tet, was es unheim­lich und wie ein Schat­ten sei­ner selbst dar­stellte. Dies war kein Palast, wel­ches man betre­ten wollte. Den­noch Jack musste dort hin­ein und wage­mu­tig betrat er die Brü­cke, die im Wind bedroh­lich schwang. Er ver­sucht nicht nach unten zu schauen, obwohl es ihm hin und wie­der miss­lang. Sein Magen dankte es ihm mit Übel­keit, ohne beson­dere Vor­komm­nisse kam er sicher an. Ein klei­ner stei­ni­ger Weg führt direkt zum Ein­gang­por­tal, das impo­sant von der Nähe aus­sah. Jack drückt gegen das Tor, ver­ge­bens.
Wie komme ich da nur rein?
Er ent­schied sich für die denk­bar ein­fachste, womög­lich auch lächer­lichste Idee. Er klopfte an. Zuerst geschah gar nichts, doch dann hörte er, wie Rie­gel gescho­ben wur­den und Schlös­ser knack­ten. Die Schar­niere quietsch­ten, bloß waren es nicht die der Tür, son­dern von einer klei­nen Luke über ihm. Er blickte hin­auf und konnte gerade noch sehen, was ihn traf. Ein gro­ßer Stein knallte ihm genau auf den Kopf und er ver­lor das Bewusst­sein.
Jack schlug die Augen auf, es war dun­kel und er lag in einem wei­chen beque­men Bett.
Gott sei Dank! Alles nur ein Alp­traum.
Er suchte den Licht­schal­ter, doch er fand ihn nicht. Jetzt bemerkte er erst, dass er nicht in sei­ner Koje lag.
„Wo bin ich hier?“, sagte er kaum hör­bar vor sich hin.
„Fühl dich wie zu Hause“, ant­wor­tete eine zarte Frau­en­stimme.
„Die­ses Bett ist viel beque­mer als dei­nes“, schloss sich eine zweite ver­füh­re­ri­sche Stimme an.
„Und warum soll­test du nicht die­ses Bett mit uns tei­len“, erwi­derte eine dritte Frau­en­stimme, die Jack end­gül­tig die Sinne bene­belte.
Mit einem lei­sen Knal­len ent­zün­de­ten sich Ker­zen in dem Schlaf­zim­mer und er blickte, drei fast halb­nackte Frauen an. Die rechte hatte rotes gelock­tes Haar, das ihr bis zur Hüfte reichte und sie rekelte sich exzes­siv am Bett­pfos­ten. Die Linke hatte schwar­zes mit­tel­lan­ges Haar und sie tat es der Rot­haa­ri­gen gleich. Blon­des lan­ges Haar zeigte die­je­nige in der Mitte, die inzwi­schen wie eine Katze auf allen Vie­ren auf ihn zukrab­belte. Die Bli­cke der Frauen erwärm­ten Jacks Gemüt. Eine sah hüb­scher aus als die andere und Jack wusste nicht, wo ihm der Kopf stand.
„Na klei­ner Jack sol­len wir dich zu einem Mann machen?“, sagte die Blonde und berührte sein Bein. Ein Krib­beln schoss durch ihn bis in seine Len­den, sodass er über­all Gän­se­haut bekam. Die bei­den ande­ren Frauen waren mitt­ler­weile auf dem Weg zu ihm und er war ein­fach hin und weg. Die Mitt­lere streifte über seine Hüfte und küsste zärt­lich sei­nen Bauch und die Zwei, zu sei­ner Seite fin­gen an seine Arme zu küs­sen, um sich anschlie­ßend wei­ter hoch­zu­ar­bei­ten. Jeder klare Gedanke und jedes logi­sche Den­ken schal­tete von die­sem Moment nicht mehr sein Gehirn. Jack stöhnte auf.
Das ist bes­ser wie jeder Traum.
Er fühlte sich schwe­re­los getra­gen von einem Gefühl des abso­lu­ten Glü­ckes. Die Blonde öff­nete seine Hose und die Erre­gung war unüber­seh­bar.
„Oh ja, Mädels“, sagte er stöh­nend.
„Lasst ihn in Ruhe! Ihr Schlam­pen des Teu­fels!“
Die Stimme kannte Jack. Er schlug die Augen auf und blickte die drei Frauen an, die auf ein­mal unna­tür­lich lange Zähne hat­ten. Vor dem Bett sah er sei­nen unto­ten Freund, der ein Kru­zi­fix in der Hand hielt. Fau­chend zogen sich die teuf­li­schen Weibs­bil­der zurück.
„Ach du hei­lige Scheiße!“, sagte Jack, als er sah wie die Frauen die gera­den Wände hoch­krab­bel­ten und ver­schwan­den.
„Freust du dich so mich zu sehen?“, sagte der lebende Tote und lächelte auf Jacks auf­ge­knöpfte Hose.
„So sehr jetzt auch wie­der nicht.“ Er knöpfte die Hose zu. „Kein Wort zu Jenny.“
„Ich werde Schwei­gen wie ein Grab.“
„Was machst du eigent­lich hier? Ich dachte, du wärst auf dem Fried­hof geblie­ben? Obwohl ich dank­bar bin, dass du da bist.“
„Ich konnte mir Den­ken, das du Pro­bleme bekommst. Da mein Boss leicht in Flam­men auf­ge­gan­gen ist, war es für mich ein Leich­tes dir zu fol­gen. Was durch­aus in die­sem Fall dein Glück war.“
Der Untote zwin­kerte ihm zu, was komisch aus­sah, da das Lid zum Teil abge­fault war.
„Ich stehe tief in dei­ner Schuld, doch müs­sen wir jetzt Jenny fin­den.“
„Ich weiß, wo Dra­cula seine Beute ver­steckt. Folg mir! Und übri­gens hol das hier.“ Er schmiss Jack ein Kru­zi­fix zu. „Ist das Ein­zige, was wirk­lich hilft bei die­sen Vam­pi­ren.“
Der Untote führte Jack durch das Schloss hin­un­ter ins Ver­lies. Die Wände waren mod­rig und feucht und es roch nach Schim­mel. Als Jack in einem Käfig Jenny sah, fiel ihm ein Stein vom Her­zen.
„He Jenny alles klar?“, fragte er und trat an das Gefäng­nis. Doch sie schien benom­men zu sein. „Was ist mit ihr?“
„Er setzt sie immer unter einen Zau­ber, damit sie nicht so hys­te­risch sind. Es scheint den Geschmack des Blu­tes zu säu­ern.“
Gemein­sam öff­ne­ten sie den Käfig und Jack nahm Jenny auf den Arm. Zum Glück war an ihr nicht so viel dran, sonst hätte er dies nicht geschafft.
„Wir soll­ten uns jetzt beei­len. Es kann nicht mehr lange dau­ern, bis er unsere Anwe­sen­heit bemerkt.“
„Sammy du ent­täuschst mich. Denkst du ernst­haft das hier irgend­et­was in mei­nem Schloss pas­siert von dem in nichts mit­be­kom­men?“
Jack hätte fast vor Schreck Jenny fal­len gelas­sen. Dra­cula saß genau vor ihnen auf der Treppe, obwohl noch im glei­chen Augen­blick kei­ner dort war. Er trug eine schwarze Jeans und einen schwar­zen Roll­kra­gen­pull­over. Das dunkle Haar hatte er nach hin­ten gestylt und die Haut­farbe war nicht so weiß, wie man es sich vor­stellt. Äußerst cha­ris­ma­tisch saß er mit über­ge­schla­ge­nem Bein vor ihnen.
„Sammy, Sammy, Sammy“, Dra­cula schüt­telte vor­wurfs­voll den Kopf. „Ich glaube, ich muss drin­gend mit dei­nem Boss reden, so geht das nicht. Du spielst gegen die Regeln.“
„Du heißt ernst­haft Sammy?“, fragte Jack ohne den Ernst der Lage erkannt zu haben.
„Ich habe mir den Namen nicht gege­ben“, ver­tei­digte sich der Untote.
„Also meine Her­ren. Wir soll­ten hier nicht um einen Namen strei­ten. Viel­mehr würde ich gerne mein Abend­mahl noch­mals in die­sem Käfig sehen. Womög­lich bin ich dann gewillt, dich wie­derum auf dei­nen Fried­hof gehen zu las­sen und dir Bur­sche bre­che ich nicht das Genick, son­dern über­lasse dich mei­nen drei Frauen. Auf irgend­eine Art haben sie Geschmack an dir gefun­den. Somit hätte jeder, was er mag“, sagte Dra­cula, als wäre das alles selbst­ver­ständ­lich.
Jack über­kam eine Gleich­gül­tig­keit und er ergriff das Wort.
„Also pass mal auf, du gelack­mei­er­ter Affe in Schwarz. Du willst uns hier in der Tat vor die Wahl stel­len, ob wir frei­wil­lig ster­ben oder auf der Flucht? Dazu sage ich. Ich flüchte lie­ber. Was für eine Macht hast du denn groß­ar­tig, außer even­tu­ell noch ein paar Omis in der Geis­ter­bahn zu erschre­cken. Des­we­gen ver­dufte jetzt und lass mich gehen! Weil irgend­wie zieht deine Show gerade nicht.“
Dra­cula blickte unter sich und für einen Hauch dachte Jack, dass diese Anspra­che etwas brachte.
„Also wenn du das so sagst, bleibt mir nichts ande­res übrig.“
Dra­cula hob den Kopf. Das Gesicht hatte sich in ein dia­bo­li­sches ver­zehrt und die spit­zen lan­gen Zähne schie­nen zu blin­ken.
Fal­sche Worte.
Doch auf ein­mal hörte er einen Schrei.
„Wo ist der Mensch“, schallte unver­kenn­bar die Stimme der Mumie den Gang hin­un­ter.
Dra­cula blickte über­rascht die Stu­fen hin­auf, weil er nicht mit so etwas gerech­net hatte.
„Ich glaube, dein Boss ist sauer?“, sagte Jack zu Sammy.
„Das befürchte ich auch. Geh bes­ser in Deckung.“
Die Mumie don­nerte die Treppe hinab und hätte Dra­cula sich nicht in eine Fle­der­maus ver­wan­delt, dann wäre er über­rannt wor­den. Auf der letz­ten Stufe kam die Mumie ins Strau­cheln und stürzte gegen die Wand, wel­che unter die­ser Wucht nach­gab und ein Loch in die Frei­heit zeigte. Jack schal­tete umge­hend. Die Mumie war sich noch am Sam­meln, da schlüpfte er mit Jenny hin­aus. Sammy folgte ihnen.
„Hier ent­lang Jack!“
Im Hin­ter­grund hör­ten sie die Mumie vor Wut schreien, weil sie nicht sofort die Ver­fol­gung auf­neh­men konnte. Jack warf seine Freun­din über den Rücken, so kam er leich­ter voran.
„Wir müs­sen uns beei­len, dort hin­ten ist der Aus­gang.“ Sammy wies auf eine kleine Hütte. Jack schaute hin­ter sich und erkannte, dass mitt­ler­weile jeder sie ver­folgte. Zu einem, die Mumie und Dra­cula. Die drei Vam­pir­frauen, die sich um ihre Mahl­zeit betro­gen fühl­ten und dann noch die gan­zen leben­den Toten, deren Ruhe er gestört hatte. Die Ver­fol­ger kamen immer Näher, doch die Hütte war rascher erreicht. Sammy öff­nete die Tür.
„Schnell macht euch rein“, sagte er.
„Was ist mit dir?“
„Meine Welt ist hier, in eurer habe ich nichts zu suchen.“
„Ich danke dir viel­mals mein Freund“, sagte Jack abso­lut ehr­lich und Sammy ließ ein ver­faul­tes Lächeln über die Lip­pen huschen.
„Eins noch Sammy. Wie bist du gestor­ben?“ Diese Frage brannte Jack die ganze Zeit im Kopf.
„Ich habe wohl zu viel geraucht.“ Sammy zwin­kerte ihm zu und schloss die Tür. In der Hütte sah er den Wagen der Geis­ter­bahn. Sofort setzte er sich mit Jenny hin­ein. Vor der Tür ent­stand ein höl­li­scher Lärm und die Tür wurde auf­ge­ris­sen. Jack schloss vor Angst die Augen, schließ­lich er rech­nete damit, dass alle Mons­ter über ihn her­fie­len. Aber das Gegen­teil war der Fall. Es war leise und er hörte ledig­lich das Knat­tern des Gefähr­tes auf den Schie­nen. Vor­sich­tig öff­nete er die Augen und erkannte das der Kut­schen­nach­bau lang­sam nach drau­ßen fuhr an den Punkt, von dem sie gestar­tet waren. Jack lachte vor Erleich­te­rung und Jenny kam zu sich.
„Was ist pas­siert?“, fragte sie, denn es schien so, als hätte sie von alle­dem nichts mit­be­kom­men.
„Du hast dich so erschro­cken, dass du ohn­mäch­tig gewor­den bist.“
Die wahre Geschichte konnte er ihr unmög­lich erzäh­len sonst hätte sie ihn für ver­rückt erklärt. Sie stie­gen aus dem Wagen aus und Jack nahm Jenny bei der Hand.
„Was machen sie da?“
Es war der Jahr­markt­be­sit­zer mit den fal­schen Zäh­nen.
„Wir haben eine Tour mit der Geis­ter­bahn gemacht“, ant­wor­tete Jack über­rascht.
„Kön­nen sie das Schild nicht lesen?“ Er deu­ten auf ein Hin­weis­schild das im Wort­laut „Außer Betrieb!“, zeigte.
„Das ver­stehe ich nicht. Da war doch ein Typ im Kas­sen­häus­chen, der als Fran­ken­stein ver­klei­det war und Igor, der die Tickets ein­ge­ris­sen hat.“ Jenny nickte zustim­mend.
„Ja sicher Klei­ner und Graf Dra­cula und die Mumie haben einen Wagen vor euch geses­sen. Ver­schwin­det hier!“
Ver­wirrt gin­gen Jack und Jenny wei­ter.
„Hey Junge da sind noch deine Kip­pen“, rief der Jahr­markts­be­sit­zer und hielt die Schach­tel hoch.
„Ich bin Nicht­rau­cher“, ant­wor­tete Jack, als er mit Jenny um die Ecke bog.
Der Jahr­markts­be­sit­zer stand bei der Geis­ter­bahn, der Voll­mond blickte hin­ter einer Wolke her­vor und er lächelte.
„Ich liebe den Rum­mel an Hal­lo­ween, da gibt es immer wie­der Über­ra­schun­gen“, sagte er und ließ ein Heu­len los, wie es nur eine spe­zi­elle Wolfs­art tat.